Page 14 - Ärzteblatt Thüringen, Mai 2026
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arschallkopf mit einer Frequenz von zündung der Arteria temporalis das Ri- ren, Bakterien, Spirochäten), arterio-
≥ 18 Megahertz verwendet werden. Al- siko für falsch negative histologische sklerotische Veränderungen, Dissektio-
ternativ kann eine hochauflösende ze- Untersuchungsergebnisse. Die Sono- nen anderer Genese sowie seltene au-
rebrale Magnetresonanztomographie graphie ermöglicht die langstreckige toinflammatorische Erkrankungen wie
(MRT) unter Verwendung einer Black- Darstellung der Arterie temporalis auf das VEXAS(Vacuoles, E1 enzyme, X-
Blood-Technik zum Einsatz kommen. beiden Seiten. linked, Autoinflammatory, Somatic)-
Zur Abklärung einer prädominant extra- Grundsätzlich sollten bei der Auswahl Syndrom. Eine sorgfältige Anamnese,
kraniellen oder einer gemischten Form der diagnostischen Verfahren die klini- klinische Untersuchung sowie die rich-
der RZA sollten die MRT-Angiographie sche Fragestellung (z. B. das zu unter- tige Interpretation der Diagnostikbe-
oder Positronen-Emissions-Tomogra- suchende Gefäßareal) sowie stand- funde (Bildgebung, Labor und ggf. His-
phie/Computertomographie (PET/CT) ortspezifische Faktoren wie Verfügbar- topathologie) sind entscheidend für die
eingesetzt werden. keit und Untersuchererfahrung berück- korrekte Diagnosestellung.
sichtigt werden. Zu beachten ist außer-
Bei Verdacht auf eine kranielle Riesen- dem, dass die Sensitivität der Diagnos- Therapie
zellarteriitis kann eine Temporalarteri- tik durch eine begonnene Gluko -
enbiopsie erfolgen, wenn eine aussa- kortikoidtherapie rasch reduziert wird. Bei Erstdiagnose einer aktiven Riesen-
gekräftige Bildgebung nicht zur Verfü- zellarteriitis (oder bei hochgradigem
gung steht. Die Probenlänge einer Differenzialdiagnosen Verdacht auf eine RZA) muss umge-
Temporalarterienbiopsie sollte dabei, hend eine orale Glukokortikoidtherapie
aufgrund des potenziell segmentalen Die Differenzialdiagnosen der Riesen- mit einer initialen Dosis von 40 bis 60 mg
Befalls, mindestens ein bis zwei Zenti- zellarteriitis umfassen eine Reihe ent- Prednisolonäquivalent täglich eingelei-
meter betragen. Die Duplexsonogra- zündlicher, infektiöser und nichtent- tet werden. Bei visuellen Symptomen,
phie der Arteria temporalis hat die Bi- zündlicher Gefäßerkrankungen, darun- insbesondere beim akuten Visusver-
opsie im klinischen Alltag insbesonde- ter unter anderem die Takayasu-Arteri- lust, im Rahmen einer aktiven Riesen-
re aufgrund der schnellen Verfügbar- itis (Großgefäßvaskulitis bei jüngeren zellarteriitis oder anderen ischämi-
keit und fehlender Invasivität jedoch Patienten mit einem Alter unter 50 Jah- schen Komplikationen sollte eine sofor-
weitestgehend abgelöst. Zusätzlich ren), ANCA-assoziierte Vaskulitiden, tige höher dosierte intravenöse Gluko-
besteht aufgrund der segmentalen Ent- infektiöse Arteriitiden (z. B. durch Vi- kortikoidpulstherapie mit 500 bis
Erhöhtes Risiko für GC- Diagnose einer aktiven RZA-assoziierte Abb. 2. Schematische
Sehstörungen
assoziierte Nebenwirkungen Riesenzellarteriitis¹ (z.B. Amaurosis fugax) Darstellung eines Therapie-
algorithmus zur Behand-
lung der Riesenzellarteriitis.
¹ Beginn einer GC-Therapie
umgehend auch bei
Methylprednisolonpuls
GC-Therapie 40–60 mg/Tag GC-Therapie 500–1000 mg i.v. für 3–5 begründetem Verdacht auf
+ GC-einsparende Therapie 40–60 mg/Tag Tage eine RZA
(Tocilizumab, Upadacitinib (Abkürzungen: GC – Gluko-
oder Methotrexat) kortikoide, i. v. – intrave-
nös, mg – Milligramm, RZA
Schrittweise – Riesenzellarteriitis)
GC-Reduktion über
52 Wochen
Ausschleichende
GC-Reduktion
individuell gesteuert
(Empfehlung: rasche Remission Leichtes Rezidiv Schweres Rezidiv
Reduktion über 26 Wochen) GC-Therapie beenden GC-Dosiserhöhung auf GC-Dosis wie bei neu
letzte effektive Dosis diagnostizierter RZA
GC-einsparende Therapie
GC-Reduktion
individuell gesteuert (Tocilizumab, Upadacitinib
oder Methotrexat)
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