Page 13 - Ärzteblatt Thüringen, Mai 2026
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rologischen Defiziten bis hin zum Apo- bildveränderungen wie eine normozy- sonographie der Arteriae temporalis
plex auftreten. Seltene Symptome sind täre Anämie und eine Thrombozytose und axillaris die bildgebende Modalität
eine Ischämiesymptomatik der Extre- sowie erhöhte Ferritinwerte als Aus- der ersten Wahl dar. Diese Methode er-
mitäten sowie Kopfhaut- und Zungen- druck der akuten Phase-Reaktion. Ein möglicht eine schnelle und nichtinvasi-
nekrosen. normales CRP schließt eine RZA zwar ve Untersuchung mit hoher Sensitivität
Etwa 40 bis 60 Prozent der Patienten nicht mit absoluter Sicherheit aus, und Spezifität. Als typische Pathologien
mit RZA weisen auch Kriterien einer weist jedoch eine hohe negative prädik- können das „Halo-Zeichen“ (wandstän-
Polymyalgia rheumatica (PMR) auf, die tive Wertigkeit auf. diges, echoarmes Ödem, siehe Abbil-
durch symmetrische Schmerzen im Die kontinuierliche Weiterentwicklung dung 1) und ein positives „Kompressi-
Schulter- und Beckengürtel gekenn- moderner Bildgebungsverfahren hat onszeichen“ (bei vollständiger Kom-
zeichnet ist. Hierbei sollte angemerkt die Diagnosestellung in den letzten pression der Arterie bleibt die patholo-
werden, dass die PMR keine Vaskulitis Jahren signifikant verbessert und ver- gisch verdickte hypoechogene Gefäß-
darstellt und durch eine unspezifische einfacht. Besonders bei Verdacht auf wand sichtbar) nachweisbar sein. Für
Bizepssehnentendinitis bzw. Bursitis eine prädominant kranielle Riesenzell- eine präzise Darstellung der Temporal-
subacromialis und/oder Entzündung im arteriitis stellt die farbkodierte Duplex- arterien sollte ein hochfrequenter Line-
Bereich der Trochantären gekennzeich-
net ist. Demgegenüber weisen ca. 20
Prozent der Patienten mit einer PMR
zusätzlich eine RZA auf.
Diagnostik
In der klinischen Untersuchung kann
eine verdickt und druckschmerzhaft
tastbare Arteria temporalis mit abge-
schwächtem oder fehlendem Puls weg-
weisend sein. Bei der extrakraniellen
Verlaufsform der Riesenzellarteriitis
kann der körperliche Befund hingegen
auch vollständig unauffällig bleiben. In
der ophthalmologischen Untersuchung
zeigt sich bei Vorliegen einer AION typi-
scherweise ein kreideweißes, scharf
begrenztes Papillenödem. Sind große
aortale Gefäßabgänge betroffen, kön-
nen abgeschwächte oder fehlende Pul-
se an den Extremitäten, Strömungsge-
räusche sowie eine Blutdruckseitendif-
ferenz von mehr als 10 mmHg beob-
achtet werden. Bei begleitender PMR
dominieren häufig eine schmerzhafte
Bewegungseinschränkung und ausge-
prägte Morgensteifigkeit des Schulter-
und Beckengürtels.
Spezifische Autoantikörper, die zur Dia-
gnosesicherung der RZA herangezogen
werden könnten, sind bislang nicht be-
kannt. Die laborchemische Untersu-
chung zeigt in der Regel eine ausge-
prägte systemische Entzündungsreak-
tion mit deutlich erhöhten Entzün-
dungsparametern, insbesondere C-re-
aktives Protein (CRP) und Blutsen- Abb. 1. Nachweis einer konzentrischen echoarmen Gefäßwandverdickung (Halo-Zeichen) einer
kungsgeschwindigkeit. Darüber hinaus torquiert verlaufenden Arteria temporalis (Abbildung A) und einer Arteria axillaris (Abbildung B)
finden sich häufig unspezifische Blut- unter Verwendung eines Superb-Micro-Vascular-Imaging(SMI)-Dopplers.
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